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Ausschüttung_midi
Meine Freiheit hat vier Ecken.
Wahre Freiheit? Gibts nur auf dem Papier. Ich kenne keinen Ort auf der Welt, an dem ich mich mehr austoben könnte, als auf einem Stück Pappe, Holz, Leinwand oder so. Aus einem Nichts kann dort Alles werden, mich begeistern, frustrieren, Stolz und Niedergeschlagenheit verursachen. Ich zeichne planlos, jedenfalls bis zu einem bestimmten Zeitpunkt. Das ist ziemlich aufregend! In jedem Moment kann sich zeigen, was aus dem Gekritzel wird. Diese Vorgehensweise bietet hohen Unterhaltungswert, verursacht aber viel Ausschuss.
Der Griff zu billigsten Materialien ist diesem Umstand geschuldet. Ein teures Blatt Aquarellpapier blockiert mich auf Anhieb. Ist eine Idee vorhanden, die ich gezielt umsetzen will, verliere ich jeden Schwung und verrecke in Details. Überhaupt - mir liegt das Grobe.

Es gibt Millionen Leute, die besser zeichnen können als ich. Früher gab es davon schon genug in der überschaubaren Umgebung. Dank google habe ich nun eine Ahnung, auf wie viele das weltweit zutreffen könnte. Meine technischen und darstellerischen Fähigkeiten sind streng genommen bescheiden - ich nehme sie als Kriterien ernst, versuche, was ich kann und bemerke, sie bestimmen nicht letztlich den Reiz einer Zeichnung. Eben der stellt sich oft überraschend ein - ein großer Moment, wenn man ihn erkennt! Schlimm wenn man ihn verpasst oder überzieht.
Allem Anschein nach befinde ich mich im festen Orbit einer Sujet-Ballung, die schon beim Durchblättern der folgenden Seiten augenfällig wird. Ja - Textilien gehören nicht zu meinen Motivfavoriten und ja, im Zusammenhang mit meiner spontanen Vorgehensweise wirft die Vorherrschaft primärer und sekundärer Geschlechtsorgane ggf. ein dubioses Licht auf meine persönlichen Befindlichkeiten. Meinetwegen bin ich obendrein negativ. Aber - bei den Vorgaben die mir das allgemeine Miteinander zumutet -
"Dirtysm" als Haltung drängt sich geradezu auf.

Dies ist vorrangig ein Bilderbuch. Ein paar flankierende Texte dachte ich dem Ganzen dann aber doch zu schulden. Eigentlich hoffe ich, dass keiner sie liest. Es macht mir Spaß Reime zu erfinden, dabei entstehen beiläufig Geschichten, am Ende gibts dann ein Gedicht. Davon habe ich welche auf den folgenden Seiten verteilt. Und! Tiefsinnige Kommentare zum Dasein und unserer Situation angesichts der Zustände auf diesem Planeten hätte ich mir an dieser Stelle selbstredend auch gewünscht.