Meine Freiheit hat vier Ecken

„Sex im Alter“ Aquarell/Papier ca. 20 x 20 cm

„So hab ich das noch nie gesehen“ Aquarell/Papier ca. 20 x 30 cm

„Tagebuch eines Handlungsreisenden“ Aquarell/Papier ca. 20 x 30 cm

„Ohne Titel“ Öl/Pappe ca. 40 x 30 cm

„Die Frau ohne Unterleib trifft den Mann ohne Oberleib“ Aquarell/Papier ca. 20 x 30 cm

„Die Prinzessin auf der Gurke gerät in einen Hinterhalt“ Aquarell/Papier ca. 20 x 30 cm

„Unmoralisches Angebot“ Aquarell/Papier ca. 20 x 30 cm

„Der Sex mit Rex“ Aquarell/Papier ca. 30 x 40 cm

Gute Entscheidung

Als ich meinem Mann sagte, ich würde gern einige Bilder von Thomas Coune kaufen, sah er mich etwas erschrocken an. Künstlerisch wertvoll, sicher, aber vielleicht fürs Wohnzimmer nicht so ganz geeignet. „Wenn Kinder kommen, müssen wir sie abhängen“, sagte er. Tja. Ich habe auch einige Tierbilder zum Thema Freundschaft zwischen Tier und Mensch von Thomas, die sind deutlich lieblicher als die Werke aus seiner großen Ausstellung „Alles ist blöd“. Andererseits besteht ja, betrachtet man die Welt mit einem nüchternen, realistischen Blick, wirklich kein Grund zur Freude. Vielleicht ist nicht alles blöd, aber eben doch wenig erbaulich. Thomas kann sich empören, er kann sich auch begeistern und ist berührt, irritiert und manchmal auch amüsiert. Erotisch, frech und böse: Ob Städteansichten, Tierbilder oder Darstellungen mechanisierter Sexualität – seine Bilder sind komisch und hintersinnig, phantasievoll oder auch phantastisch und manchmal eben auch deprimierend. Aber, wie heißt es so schön bei Eugen Drewermann: „Die Depressiven haben eine Herzensweite, die nie einzuholen ist“. Für mich stecken viel Herzensweite und Menschenverständnis in den Bildern. Deshalb werden sie natürlich nicht abgehängt, wenn Kinder kommen, ist doch klar.


Angela Gatterburg, Journalistin

Der Spiegel,  April 2017

Sex und Hopp


Geschlechtsumwandlung - großer Schritt 

und für Betroffene ein Schnitt 

tief hinein ins eigne Fleisch 

macht sie meist Chirurgen reich 

Will man hier die Kosten meiden 

riskiert man dafür schwer zu leiden 

rechnen muss man auch mit Toten 

bei der Wahl von Sonderangeboten. 

Beispiel: Karl Heinz aus Sachsen. 

Als Kind war ihm ein Schwanz gewachsen 

doch eines wusste Karl genau 

Er war im Inneren eine Frau!“ 

So quälte er sich, Jahr ein, Jahr aus 

dann brach das Weib aus ihm heraus 

mit einem Kleinkredit von Targobank 

meldete Karl Heinz sich krank 

und fuhr per Bahn nach Wuppertal 

zum Geschlechtsumwandler seiner Wahl 

Verhandelt war am Telefon 

1000 Euro - Sensation! 

und dazu im Preis komplett 

kam noch abgesaugtes Fett 

von Hüfte, Bauch und Nacken 

dieser Preis war nicht zu knacken. 

Der erste Zweifel regte sich 

als Heinz dann um die Praxis schlich 

Die Fensterläden fest verschlossen 

klingelte er doch unverdrossen 

und stand Minuten später vor Frau P* 

Die sagte „Guten Tag wie wär‘s mit Tee?“ 

Kommen Sie herein, mein Herr 

wenn sie mich verlassen sind sie keiner mehr 

in ungefähr zwei Stunden 

ist das Schlimmste überwunden 

Das war reinste Theorie 

denn Frau P* hatte noch nie 

einen solchen Eingriff durchgeführt 

und nur die Werbetrommel laut gerührt. 

doch dämmerte Karl Heinz zu spät 

dass es ihm ans Leder geht 

mit stumpfer Klinge und Narkoserausch

begann so der Geschlechtsumtausch 

Daher sollten Männer wie auch Frauen 

in die Gelben Seiten schauen

Sauerei

Man hat’s geahnt, vielleicht gewusst

Dass in Sachen Fleischeslust

Die Metzgersfrau mit ihrem Gatten

Stellt so ziemlich alles in den Schatten.


Würste, Schinken, Darm und Speck

Nutzen das Paar zum geilen Zweck

Nicht nur als Verkaufsartikel

Sondern auch als Lustvehikel 

Für so manchen schrägen Kick

Oder den normalen Fick


Je nach dem – man hat sich lieb

Mit Ware, die halt übrig blieb

Aus der Theke, rein ins Bett

Schleppen sie das ganze Fett

Kaum ist die Ladentür verschlossen

Wird das ganze Sortiment genossen

T-Würstchen, Mett und Schweineschnitzel

Für den feuchten Nervenkitzel



Die Sülze flutscht wie die Sau

Jetzt zeigt der Metzger seiner Frau

Dass er auf scharfes Spießen steht

Und was mit Schaschlik-Stäbchen geht


„Du Fleischwolf“ stöhnt die Metzgerin 

und gibt sich ihrem Gatten hin

Und alles liegt am nächsten Tage

Wieder in der Fleischauslage

Der Metzger scherzt, die Gattin lacht

Weil man’s so mit Kunden macht.

Sex sells

Am Dienstag kommt der Dildo-Mann
und das ganze Drin und Dran
das er im Koffer mit sich führt
kundenseitig Freude schürt.
„Gnädige Frau, was darf’s denn sein
soll es vorne oder hinten rein?
Hier ist gleich mein Tages-Tipp
ein Modell für untern Slip
Probieren Sie es doch gleich mal aus
und übrigens - ich heiße Klaus.
Als Vertreter mit Produkt-Know-how
empfehle ich, verehrte Frau
Ihnen klar mein bestes Stück
Nicht ganz billig, zugegeben
doch dafür echt und voller Leben!
Und was keine Plasiknudel schafft
seinen warmen Samensaft
schießt er weit, im hohen Bogen
zwanzig Meter ungelogen.
Auf diesen Artikel gibt’s auch Garantie
exklusiv und nur für Sie -
hab ich dazu noch auf die Schnelle
eine kunterbunte Gummipelle
mit Geschmack und kleinen Noppen -
ich denke kaum das ist zu toppen.“

Und als er dann den Deckel hebt
weiß man was im Koffer bebt.
Eingerahmt von Vibratoren
steht da allein, beinah verloren
inmitten lauter Plastikgüter
so eine Art von Ladenhüter.
Die Kundin siehts und kommt in Wallung
und fragt sofort nach Ratenzahlung.
„Ach, wenn Sie sich mal eben legen
komm ich ihnen gern entgegen.“
Sagt der Vertreter von Format
mit dem Kuli gleich parat
Dann, im dicken Kaufkontrakt
werden die Formalien schnell abgehakt
Was will der Kaufmann schließlich mehr,
als gelungenen Geschäftsverkehr?

Schweinchen-Babes