Meine Freiheit hat vier Ecken

Man kann sich mit dem überwiegenden Anteil der Bevölkerung nicht über transzendentale Analytik unterhalten.

Eine gebildete, also in Belangen ihrer Geselligkeit kompetente Bevölkerung ist nicht gewollt - benötigt werden qualifizierte Sklaven. Für die Handhabung technisch anspruchsvoller Werkzeuge oder komplexer Abläufe muss lediglich die Ausbildungsqualität verbessert werden. Das ist notgedrungen das Zugeständnis an die intellektuelle Schulung des Personals. 

Strenge Strukturen, mentale Routinen, betriebliche Hierarchien, medial verbreitete Verhaltensmuster, Wettbewerbsdruck, etc. kanalisieren in allen Sphären der Ausbeutung (Mensch und Natur) die Richtung des Denkens - die Gestaltung des Miteinanders wird jedoch in die Sphäre des Fühlens ausgelagert. Das gesellschaftliche Auskommen mit den Anderen wird die Angelegenheit persönlicher Neigung.


Bildung, also die Befähigung, eigenständig Informationen zu sammeln, sie zu bewahren, in ein Verhältnis zu setzen und aus dem Wachsen eines vernetzten Wissensvorrats die Qualifikation zu erwerben, sich vom unmittelbar situativ Gegebenen zu lösen, benötigen Schulung und Anleitung. 


Damit Erleben Teil der Bildung wird, muß man befähigt sein, das Präsentative in Kontexte zu setzten, referierbar, zur Auseinandersetzung mit Anderen, in die Form des Diskurses zu überführen. 


Dann hat man nicht nur verstanden wovon man redet, sondern auch die Relevanz für ein gesellschaftlich zugewandte Miteinander erkannt. Das ist eine Denkleistung. Dem Affekt überlassene Individuen erliegen dem persönlichen Eindruck so sehr, das sie aus eigener Kraft keine Verhältnismäßigkeit für sich und in Folge dessen für Andere einsehen können. 

Erlebnisse bleiben folgenlose, allein durch die zeitliche Reihenfolge geordnete Eindrücke von Etwas. Der Unterhaltungswert stimuliert die Einbildung und schwächt die Urteilskraft. Man hält schon wenige Impressionen für stabile Grundlage von pauschalen Aussagen.